Solifera Sonnenbringerin

Solifera Sonnenbringerin - Susanne Esch "Solifera" ist der Debütroman von Susanne Esch.
Antalia war schon immer vom Wasser fasziniert. Doch nach einem Urlaub am Meer hat sich alles verändert. Das Wasser hatte schon immer eine besondere Wirkung aus sie. Nicht ohne Grund ist sie eine gute Schwimmerin und hat ein Stipendium an einer Sportschule. Das Meer scheint sie jetzt zu rufen. Auch nach dem Urlaub geht es mysteriös weiter. Antalia träumt merkwürdige Sachen, an die sie sich aber kaum erinnern kann. Sie hat plötzlich Probleme beim Sehen und Hören. Zu allem Überfluss wächst ihr auch noch eine Art Perle am Hals. Doch Darieno wird vom Meeresvolk entsandt um ihr zu helfen.

In Antalia kann man sich gut reinversetzten. Man erfährt viel über sie und ihre Familie, dies schon auf den ersten Seiten. Auch ihre Beziehung zu ihren Freunden in der Schule wird gut beschreiben, so dass der Leser diese Verbindung quasi spüren kann. Dies führt dazu, dass Antalia aber auch die anderen Charaktere eine tiefe gewinnen und real wirken.
Von Darieno erfährt man zwar nicht so viel Hintergrundwissen, aber sein Wesen und seine Charakterzüge sind gut dargestellt, so dass man auch für ihn ein Gefühl entwickeln kann.

Die Welt in der alles spielt ist von Susanne Esch frei erfunden. Wobei in den ersten Kapiteln denkt, es spielt hier bei uns auf der Erde. Es gibt nicht viele verschiedene Wesen, sondern nur unterschiedliche Völker. Darunter sind eben auch die Meerwesen zu finden. Durch die gemeinsame Geschichte die im Verlauf des Buches immer mehr ans Tageslicht kommt, gewinnt diese Welt immer mehr eine wahrnehmbare Atmosphäre.

Erzählt wird das ganze durch die verschiedene Beleuchtung der einzelnen Charaktere. Anfangs ist viel aus der Sicht von Antalia zu lesen, doch mit der Zeit kommen auch andere zu Wort. somit werden ihre Gefühle, Gedanken und Sichtweisen für den Leser transparent. Dies ist sehr wichtig für den Verlauf der Geschichte. Denn jeder hat seine Rolle im Verlauf zu spielen.
Spannend wird es durch Antalias Verwandlung und die ganze Kette an Aktionen, die diese auslöst. Auch die atemberaubende Wortwahl von Susanne Esch macht es spannend. Sie vermag mit wenig aber gut gewählten Worten und Sätzen eine Szene geradezu im Kopf des Lesers zeichnen.
Als ich den Klappentext gelesen habe dachte ich "Ui super wieder was über Nixen ect." Denn nach "tödlicher Gesang" hatte ich echt wieder Lust auf so was. Durch die Leseprobe war klar, dass die Story diesmal nicht an der sprachlichen Ausführung scheitern würde. Ganz im Gegenteil. Durch die Wörter der Autorin habe ich beim Lesen quasi einen Film im Kopf gehabt. Dies habe ich sehr genossen. Auch die Geschichte nahm dann einen ganz anderen Lauf als erwartet, aber dies hat mich positiv überrascht. Den einzigen Abstrich den ich machen muss ist folgender: Ich konnte mich durch den Wechsel der Sichtweisen nicht auf einen Charakter einschießen und so richtig mit ihm mitfühlen. Allerdings wäre dies auch sehr schwer umzusetzen gewesen.
Deswegen verteile ich 4 1/2 von 5 Wölfen.