Meine Rezi zu:

Die vier Reiche: Mission Herodes - Patrick R. Ullrich

"Mission Herodes - Die vier Reiche" ist die Vorgeschichte zu Patrick R. Ullrichs mehrbändigem Real-Fantasy-Abenteuer. Es spielt in einer Welt in der Menschen, Elfen, Zwerge und Orks miteinanderleben.
Der schon sehr betagte, aber dennoch für sein Alter fitter, Erzmagier Wenduul von Thule hat Visionen von einem Kind, welches sein Nachfolger werden soll. Dieses Kind wurde vom Köhler Mors und seiner Frau Ariane großgezogen. Doch ihre Träume und Visionen lassen sie zu einer Gefahr werden. Aber nicht nur Wenduul sucht nach dem Kind. Es ist Eile geboten.

Patrick Ullrich lässt den Leser eintauchen in die verschiedenen Charaktere, ihre Gedanken lesen, ihre Gefühle teilen und auch was sie sehen. Es entsteht ein Wechsel von Sichtweisen innerhalb eines Handlungsstranges, die jedoch gut zusammen passen. So sieht man die Geschehnisse aus den Augen des Kindes, Arianes und Mors. Diese fügen sich dann zu einem Gesamtbild zusammen. Auch bedient sich Patrick Ullrich eines stillvollem und anspruchsvollem Schreibstils. Neben Begriffen wie Ortsmeier, die zu jener Epoche passen gebraucht er verschachtelte Sätze und detailreiche Beschreibungen um sein Werk authentisch wirken zu lassen. So kann ein Satz ziemlich treffend beschreiben wo sich jemand befindet, ohne dem Leser seine Fantasy zu rauben.
Seine Charaktere sind gut ausstaffiert. Wenduuls Stolz zeigt sich ins jeglicher Situation. Man merkt ihm seine 90 Jahre an Körper, Wissen und Weisheit an. Trotzdem drückt seine Vergangenheit schwer auf ihm. Besonders sind auch seine Zwiegespräche mit dem Baumgeist Wargrim.
Auch Mors und Ariane sind gut dargestellt, wie auch ihr Leben im Dorf und ihren Stellenwert dort.
Die Spannung wird aufgebaut durch die Neugier was das Kind kann, durch seine Visionen, wer es zuerst findet, gehalten wird sie durch die Aktionen der Schläfer, des Königs Taten und Wenduuls Wanderung. Bis schließlich alle Fäden zusammen laufen.
Die Visionen des Kindes zeigen deutlich die Zukunft, für uns jedoch die Vergangenheit. Denn Patrick Ullrich setzt sich hier mit dem Nationalsozialismus auseinander. Es ist die Rede in den Visionen von den Verbrennungen in den KZ's, Panzern und Zerstörung. Auch das Hakenkreuz kommt als Symbol eines Ordens zum Vorschein. Das ganze dient nicht dazu jenes Gedankengut zu vermitteln sondern sich mit der Geschichte auseinander zu setzten. Dies ist verpackt in der Geschichte des Kindes.

Auf Facebook bin ich auf dieses Werk gestoßen. Es hörte sich super an, doch hab ich einige Zeit gebraucht bis ich es mir dann doch zugelegt habe. Die Geschichte Wenduuls und des Kindes sind echt verlockend gewesen doch hat mich zweifeln lassen, dass der Nationalsozialismus eingebunden ist. Jetzt da ich es gelesen habe, bin ich froh es getan zu haben. Denn die Geschichte ist gut und spannend. Ich bin gespannt wie die Geschicke des Kindes sich noch "auswirken" auf unsere Vergangenheit. Das Buch lädt ein, nachzudenken über diese Zeit, sich damit auseinander zu setzen
und dem nicht blind gegenüberzustehen.
Der anspruchsvolle Schreibstil hat es mir unmöglich gemacht das Buch zwischen durch zu lesen. Dies ist im Nachhinein bei dieser Kost angebracht, aber auch um alle Details der vier Reiche zu erfassen.
Von daher gibt es von mir 4 von 5 Wölfen