wenig Spannung, viel Geschichtsbuch

Die Frucht des Ölbaums: Der Ketzer - Gabrielle C. J. Couillez, Thorsten Piepenbrink

„Die Frucht des Ölbaums – Der Ketzer“ von Gabrielle C. J. Coullez ist der erste Teil einer historischen Roman-Reihe.

Die junge Katharer Olivier de Termes muss ansehen wie sein Vater die belagerte Burg in die Hände der Tempelritter spielt. Er versteht die Tat seines Vater nicht, aber auch seinen Onkel nicht. Dieser flieht zusammen mit Olivier und vielen anderen Frauen Kindern. Olivier wächst heran und wird zu einem Ritter. Sein Hass hat er nicht vergessen und er möchte sein Land wieder erlangen.

Olivier wächst als ältester Sohn eines Herzogs auf. Sein Vater war ihm immer ein Vorbild. Bis an einem Tag, als sich sein Vater dazu entschließt alle Frauen und Kinder zu evakuieren und sich mit den restlichen Männern den Templern zu stellen. Sein Onkel ist einer der religiösen Anführer der Katharer und in Oliviers Vorstellung hätte es gereicht wenn sein Onkel stirbt und sein hätte so überleben können. Auch während seiner Ausbildung zum Ritter denkt er an nichts anderes und hofft sein Land zurück zubekommen. Er versucht nicht vollkommen zu werden wie sein Onkel oder sein Vater. Er versucht ein vollkommener Ritter zu werden.

Das ganze spielt zu den Katharer-Kreuzzügen. Die Katharer glauben zwar auch an Gott, aber als einen liebenden und verzeihenden Gott. Sie glauben, dass ihre Seele einmal ein vollkommenes Leben geführt haben muss um zu Gott zu kommen. Somit ist auch einer Wiedergeburt nicht auszuschließen. Dies und noch einige andere Punkte stößt bei den Katholiken übel auf. Weshalb es dann zu einem Kreuzzug kam.

Der Leser bekommt einen guten Eindruck vom Leben eines Katharers und kann sich auch gut in die Gesamtsituation hineinversetzten. Auch der Anfang ist gut gemacht. Man bekommt aus der Sicht von Olivier seinem Vater und seiner Mutter gut die Umstände mit. Somit hat der Leser ein gutes Gesamtbild. Dies wird er auch im Verlauf des Buches behalten, allerdings kommt die Beziehung vom Protagonisten nicht wirklich in Fahrt, da der Erzählstil den Leser auf Distanz hält. Man bekommt zwar mit wie sich Olivier fühlt, aber nur dann wenn er sich anderen Personen öffnet.

Ansonsten gibt es viele Schlachten, historische Hintergrunde und viele gleiche Namen zu lesen. Das mit den Namen kann verwirren, passt allerdings auch in die damalige Zeit hinein. Manchmal ist es einfach zu trocken und klingt eher nach einem Geschichtsbuch als nach einem Roman.

Zwischen drin gibt es immer mal wieder Bilder oder Karten. In einem Printexemplar kann dies sicher richtig gut wirken, aber in einem ebook erkennt man oft leider nicht viel.

 

Der Klappentext dieses Buches hörte sich richtig gut an. Deswegen hatte ich dieses Reziexemplar auch beim Verlag angefordert. Doch leider war es mir zu trocken. Auch wenn es sich um historische Sachen handelt kann man es spannender gestalten und den Leser fesseln. Das einzige was mir gefallen hat, war der Glaube der Katharer und der Anfang der Geschichte. Mich haben nicht die gleichen Namen gestört, sondern die Vielfallt aller Personen. Da wusste ich oft nicht mehr wie die alle zusammen hängen.

Deswegen kann ich nur 2 von 5 Wölfen vergeben.