Wer ein Fantasy-Abenteuer erwartet, wird enttäuscht.

Drachentau: Roman - Paula Roose

„Drachentau“ von Paula Roose ist der erste Teil einer Fantasy-Reihe.

Das Bärendorf wird bedroht! Der Drache Tumarus ist erwacht. Bei einem Flug über das Dorf sieht er Rosa, eine hübsche Bärin. Diese möchte er für seinen Schatz haben. Seitdem Rosa den Drachen erblickt hat, geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Jakob ihr Großvater warnt sie noch vor der Gefahr. Doch nach einem Streit marschiert sie auf die Drachenhöhle zu.

Rosa ist am Anfang des Buches eine junge, erwachsene Bärin. Sie lebt bei ihrem Großvater Jakob. Denn ihre Eltern sind nach einem Drachenangriff in ein anderes Dorf gezogen. Sie sprüht vor Lebenskraft, doch merkt man ihr an wie der Drache sie langsam aber sicher beeinflusst. An manchen Stellen des Buches wirkt sie auch sehr naiv.

Paula Roose hat eine idyllische Welt geschaffen. Die Bären sind sehr menschlich. Sie kochen, halten sich Hühner, stellen sich Möbel her …. Und haben dennoch auch genug Eigenschaften ihrer tierischen Vorbilder. Wer jetzt allerdings ein typisches Fantasy-Abenteuer erwartet, liegt leider daneben und wird enttäuscht. Die Autorin legt hier eher Wert darauf traumatische Erlebnisse häuslicher Gewalt zum Thema zu machen.

Dies ist sicher ein Thema, welches man ansprechen sollte und welches auch in den Fantasy-Rahmen passt. Hier wurde die Fantasy-Welt um die häusliche Gewalt gesponnen und leider manchmal sehr willkürlich. So kommt es zu einer Vereinigung von Drache und Bärin, wobei nicht erklärt wird wie es geschieht. Die Bärin ist einfach schwanger. Es muss keine „Sex“-Szene sein, aber eine Erklärung wie es funktioniert durch Zauber oder was auch immer wäre sicher hilfreich.

Die Magie der Elfen kommt immer dann zum Einsatz, wenn scheinbar nichts mehr hilft. So lösen die Charaktere oft ihre Konflikte nicht selber sondern die Magie löst es. Dies erscheint an manchen Stellen sehr gewollt.

Es gibt eine Vielfalt an Charakteren, die den Leser aber nicht überfordern sondern einem ans Herz wachsen. Sie sind richtig gut ausgearbeitet und passen einfach in das Gesamtbild. Was allerdings Schade ist, dass sobald sich der Handlungsort verschiebt, der Leser von anderen Charakteren nichts mehr hört. Erst wenn es wieder dorthin geht. So geht leider die Nähe zu den Charakteren etwas und ein Teil der Geschichte ganz verloren.

Das Cover zeigt einen nächtlichen Wald mit einem riesigen Mond. An der linken Seite sieht man einen Drachenkopf. Es passt zum Schauplatz und zur Geschichte richtig gut und stimmt den Leser ein.

 

Das Cover und der Klappentext haben mich neugierig gemacht. Deswegen habe ich mich gefreut es Rahmen einer Leserunde lesen zu dürfen. Doch leider war es nicht das Fantasy-Abenteuer, was ich mir erhofft hatte. Es ging ausschließlich um häusliche Gewalt. Damit hatte ich in der Form nicht gerechnet und war enttäuscht. Es gab immer wieder Passagen, die mir richtig gut gefallen haben, aber die gesamte Umsetzung ist in sich nicht so stimmig.

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